Barrierefrei Bauen / Hauseingang

 

Bereich: Erschließung der Wohnung

Nicht nur Treppen behindern den problemlosen Eintritt in die Wohnung, sondern auch schlechte Beleuchtung oder eine rutschende, hervorstehende Fußmatte. Hieraus resultieren zahlreiche Unfallgefahren. Ein barrierefreier Hauseingang zeichnet sich durch folgende Aspekte aus:

 

1. Eingangstür

Die Wohnung sowie andere Anlagen und Einrichtungen müssen durch einen Eingang mit einer lichten Durchgangsbreite von mindestens 95 cm stufenlos erreichbar sein. Ein schwellenfreier Türbeschlag ist in vielen Fällen unverzichtbar.
Anmerkung: alle zur Wohnung gehörenden Räume sollten stufenlos erreichbar sein.

 

2. Beleuchtung

Der gesamte Eingangsbereich muss ausreichend beleuchtet und deutlich erkennbar sein. Geeignet ist hier eine Wegbeleuchtung, die nach unten scheint und nach oben abgedunkelt ist. Nicht nur alte Menschen haben Schwierigkeiten, das Sicherheitsschloss im Dunkeln zielsicher zu finden. Dies gilt ebenso für die Hausnummer.

 

3. Längsgefälle

Wenn ein Längsgefälle notwendig ist, um den Höhenunterschied zum Hauseingang auszugleichen, muss am Anfang und Ende einer solchen Schräge, die eine Steigung von 6% nicht überschreiten darf, eine ebene Bewegungsfläche von 150 cm Breite und 150 cm Tiefe frei verfügbar sein. Die Wegoberfläche muss glatt und ohne hindernde Kanten gestaltet sein. Ein rüttelfreies Befahren mit dem Rollstuhl oder mit dem Kinderwagen muss möglich sein. Auf die übliche Eingangsstufe vor dem Haus muss grundsätzlich verzichtet werden. Eine entsprechende Geländeanpassung kann einen vorhandenen Niveauunterschied gut ausgleichen.

4. Elektrischer Türantrieb

Ein kraftbetätigter Türantrieb (durch Knopfdruck) für Bewohner, die über eine geringere Greifkraft verfügen, ist zu empfehlen. Dabei ist auf eine Schließverzögerung zu achten, d.h. dass der automatische Türschließer erst nach einer variabel einstellbaren Zeit die Tür wieder schließt.

 

5. Weitwinkelspion

Die Eingangstür sollte über einen Weitwinkelspion verfügen. Es wird empfohlen, die Montagehöhe individuell auf den Nutzer abzustimmen.

6. Wechselsprechanlage

Weiterhin müssen die Türklingel sowie alle anderen Bedienungselemente in einer Höhe von 85 cm angebracht sein. Es ist zu empfehlen, die Türklingel mit einer Wechselsprechanlage zu kombinieren. Sie kann in der Wohnung mit einem Telefonhörer versehen als Tisch- oder Wandgerät montiert sein (idealerweise in allen Räumen, besonders: Schlafraum , Küche, Wohnraum, Bad).

7. Greifstange

Besonders für Rollstuhlfahrer wird eine waagerechte Greifstange auf der Innenseite der Haustür empfohlen, damit ein Rollstuhlbenutzer die Tür beim Durchfahren leicht hinter sich zuziehen kann (Montagehöhe 85 cm vom Boden, Länge ca. 60 cm).

8. Fußmatte

Eine rutschfeste Fußmatte sollte bündig in einer Vertiefung mit dem Boden abschließen, um die Stolperfalle "Fußmatte" zu vermeiden.