Barrierefrei Bauen / Wohnzimmer

 

Bereich: Wohnzimmer

Gerade der Wohnraum und seine Möblierung ist eine rein persönliche Angelegenheit. Dabei sind jedoch die bekannten Bewegungsflächen uneingeschränkt anzuwenden. Im Wohnzimmer sammeln sich nicht selten sehr viele Möbel an. Zudem führen zahlreiche Teppiche und Läufer zu einer hohen Gefahrenquelle (Stolpergefahr). Sich in einem solchen Zimmer frei zu bewegen, fällt vielen Bewohnern schwer. Ein geeignetes barrierefreies Wohnzimmer erfüllt folgende Anforderungen:

 

1. Bewegungsfläche

Grundsätzlich muss im Raum unabhängig der Bewegungsflächen vor Türen eine Bewegungsfläche von 120 cm Breite und 120 cm Länge zur Verfügung stehen (bei Rollstuhlfahrern 150*150cm). Besonders im Wohnbereich sind diese Freiflächen unabdingbar (z.B. für das Umsetzen vom Rollstuhl in eine Sitzgelegenheit). Darüber hinaus muss genügend Freiraum zur seitlichen Anfahrt an hohe Schrank- und Regalwände vorhanden sein, weil eventuell z.B. Bücher mit einer Greifzange aus der Sitzposition entnommen werden oder ein Aufzugschrank mit Paternoster-Fächern benutzt werden müssen.

2. Installationshöhe der Bedienelemente

Alle Schalter und Betätigungselemente im Wohnraum müssen horizontal 50 cm aus der Ecke heraus erreichbar und in einer allgemeinen Höhe von 85 cm vom Boden angebracht sein.

3. Beleuchtung

Es ist auf eine gute indirekte Beleuchtung zu achten, die auch zum Lesen geeignet ist. Damit auch am Abend ohne Mühe Lesen, Handarbeiten oder andere Hobbys ermöglicht werden, sollten mehrere zielgerichtete und in der Stärke regulierbare Lichtquellen eingesetzt werden.

4. Sitzmöbel

Die Sitzmöbel müssen über die richtige individuelle Höhe verfügen - eventuell mit Aufstiegshilfe ausgestattet sein.

5. Erreichbarkeit

In bequemer Reichweite der Sitzgelegenheit sollten eine ausreichend große Ablagefläche und das Telefon aufgestellt werden. Für Menschen mit einer Sehbehinderung, rheumatischen Erkrankungen oder Beeinträchtigung der Fingermotorik gibt es Telefone mit gut lesbaren Zahlen und großen Tasten. Für Gehörgeschädigte eignen sich Telefone mit einem zusätzlich angebrachtem optischen Klingelsignal.

6. Heizungskontrolle

Es ist auf leicht bedienbare Heizungskontrollelemente sowie eine leichte Bedienbarkeit der Rollos zu achten (geeignet sind hier elektronische Systeme, die den Nutzer unterstützen).

7. Fensterbrüstung

Die Fensterbrüstung sollte auf einer maximalen Höhe von 60 cm liegen, um den Blick nach draußen auch im Sitzen zu ermöglichen. Folgende Abbildungen verdeutlichen diese Situation in anschaulicher Art.

 

 

 

8. Wohnzimmertisch

Der Tisch muss um- und voll anfahrbar sein. Eine Stellfläche von mindestens 90 cm Breite und 120 cm Tiefe sollte vorhanden sein.

9. Schrankgestaltung

Vor Schränken und Regalen, die seitlich angefahren werden, weil sie z.B. nicht unterfahrbar sind, und der Rollstuhlfahrer seitlich eine bessere Reichweitenausnutzung hat, muss die Bewegungsfläche entlang solcher Einrichtungsteile 120 cm tief sein. Zu empfehlen sind hier Regale bzw. Schränke, die leicht unterfahrbar sind, wie folgendes Foto verdeutlicht.